Stärkung der politischen Bildung für eine höhere Stimmbeteiligung

07. Oktober 2019


«Wo bleiben die Jungen?»: Diese nicht einfach zu beantwortende Frage wurde im Rahmen einer Diskussionsrunde in Davos diskutiert. Wichtig für die politische Partizipation von Jugendlichen ist die persönliche Betroffenheit und ein attraktiver, praxisorientierter Politikunterricht.


Seit Jahren ist die Stimmbeteiligung in der Schweiz auf tiefem Niveau stabil und immer wieder wird in diesem Zusammenhang die unterdurchschnittliche Beteiligung der jungen Generation am politischen Alltag bemängelt. Diese Ausgangslage hat die Junge SVP Graubünden in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltung vom Samstag, 28. September 2019, gerückt. Unter dem Titel «Wo bleiben die Jungen?» haben die Teilnehmer der Diskussionsrunde nach Antworten auf die Einstiegsfrage gesucht. Daran teilgenommen haben Yanosh Simenic, Vertreter der IG Skatepark Färich, Jasmin Roffler, Nationalratskandidatin der Jungen SVP Graubünden, und Nicola Stocker, Präsident der Jugendsession Graubünden. Moderiert wurde der Anlass von Valérie Favre Accola, Grossrätin und Kleine Landrätin von Davos.


Persönliche Betroffenheit entscheidend

Die Diskussionsrunde hat gezeigt, dass die Frage nach der Ursache für die geringe Beteiligung von jungen Stimmberechtigten nicht so einfach zu beantworten ist. Nicola Stocker sprach in diesem Zusammenhang von einem «schwarzen Fleck» und wies darauf hin, dass die Gründe für das Nicht-Teilnehmen an Abstimmungen und Wahlen individuell und daher sehr unterschiedlich sein können. Ein Teil der Jungen ist grundsätzlich desinteressiert, wobei aber häufig die fehlende Betroffenheit und persönliche Relevanz einer Abstimmung für die Abstinenz verantwortlich ist. Letztlich wurde von den Diskussionsteilnehmenden bemängelt, dass häufig die Politik allgemein zu wenig jugendfreundlich und nicht affin für die Anliegen der Jugend sei. Die Politiker sollten deshalb stärker auf die Leute und insbesondere die Jungen zugehen, forderte Jasmin Roffler.


Partizipation und politische Bildung stärken

Einen Masterplan zur Stärkung der politischen Partizipation gibt es nicht. Die Runde war sich dennoch einig, dass die Förderung der Partizipation eine wichtige Grundlage für die spätere politische Partizipation sei. Auf schulischer Ebene soll den Jungen vermittelt werden, dass sie durch persönliches Engagement etwas bewirken und verändern können. Genau das soll ihnen letztlich die Motivation geben, um sich auch im politischen Bereich zu betätigen. Als Schlüssel für eine Stärkung der Stimmbeteiligung von Jugendlichen sieht Jasmin Roffler die politische Bildung. Diese erhalte zwar im neuen Lehrplan einen höheren Stellenwert, doch leider sei diese immer noch zu stark von einer einzelnen Lehrperson abhängig. Wenn es den Schulen gelingt, Politik mit einem direkten Praxisbezug spannend und attraktiv zu vermitteln, könnte das gemäss Stocker einen positiven Einfluss auf die politische Beteiligung von Jungen haben.


Zeit zum Handeln

«Die tiefe Stimmbeteiligung ist immer wieder ein Thema, doch gehandelt wird selten bis nie», fasst Nicola Stocker die Situation zusammen. Genau deshalb wird sich die Junge SVP Graubünden diesem wichtigen Thema weiterhin annehmen. Mit dem Massnahmenplan Stimmbeteiligung hat die Jungpartei bereits erste konkrete Vorschläge präsentiert. Ob es bei diesen Vorschlägen bleibt, wird sich zeigen.


Auskünfte erteilt:

Präsident Nicola Stocker, 078 857 65 54